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Klasse BE

Umfang der Lenkberechtigung

Der Führerschein der Klasse BE umfasst ein Zugfahrzeug der Klasse B und einen Anhänger oder Sattelanhänger mit einer höchsten zulässigen Gesamtmasse bis max. 3500 kg.
Ist der Anhänger schwerer, darf die Kombination nur mit der Klasse C1E gezogen werden!

Die Klasse BE umfasst außerdem auch die Lenkberechtigung für die Klasse AM.

Code 79.06: Die Übergangsbestimmung für Besitzer der Klasse B+E vor dem 19. Jänner 2013

Eine vor dem 19. Jänner 2013 erworbene Lenkberechtigung B+E (alle schweren Anhänger hinter Zugfahrzeugen der Klasse B, also auch jene Kombinationen der Klasse BE, bei denen die höchstzulässige Gesamtmasse des Anhängers 3500 kg übersteigt) wird zur Wahrung der erworbenen Rechte mit dem im ganzen EU/EWR-Ausland gültigen Code 79.06 in einen neu ausgestellten Führerschein eingetragen.

Anhängelast und erforderliches Gewichtsverhältnis

Für das notwendige Gewichtsverhältnis zwischen Zugfahrzeug und Anhänger sieht das FSG keine Bestimmungen vor. Es gilt daher § 61 Abs. 1 KDV:

  • Das Ziehen von Anhängern, die als einzige Bremsanlage eine Auflaufbremsanlage haben, ist nur zulässig, wenn die (momentane, also derzeitige) Gesamtmasse des Anhängers weder die höchste zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeuges bzw. den bei der Genehmigung festgesetzten (und in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen) Wert übersteigt
  • Bei geländegängigen PKW und Kombis (Typisierungsklasse "M1") oder LKW (Typisierungsklasse "N1") ist das 1,5-fache der höchsten zulässigen Gesamtmasse maßgebend, wenn in der Zulassungsbescheinigung keine geringere Anhängelast vermerkt ist (am österreichischen Markt wird die Anhängelast in Abstimmung mit der Typisierungsgrenze von Auflaufbremseinrichtungen üblicherweise mit höchstens 3500 kg angegeben).
    Geländegängige Fahrzeuge sind in der Zeile "J" der Zulassungsbescheinigung mit dem Zusatz "G" versehen: "M1G", "N1G"

Für die Einhaltung der höchsten zulässigen Anhängelast (Zuglast) laut Zulassungsbescheinigung ist nur die momentane Gesamtmasse des Anhängers maßgeblich, nicht die höchste zulässige Gesamtmasse des Anhängers.

Wann ist ein Zugfahrzeug "geländegängig"?

In Ermangelung einer österreichischen Definition für "geländegängig" können wir den Anhang II der Richtlinie 92/53/EWG des Rates vom 18. Juni 1992 zur Änderung der Richtlinie 70/156/EWG zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Betriebserlaubnis für Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganhänger heranziehen, wo es unter Punkt 4.1 heißt:

Fahrzeuge der Klasse M1 gelten als Geländefahrzeuge, wenn sie wie folgt ausgestattet sind:
- mit mindestens einer Vorderachse und mindestens einer Hinterachse, die so ausgelegt sind, dass sie gleichzeitig angetrieben werden können, wobei der Antrieb einer Achse abschaltbar sein kann;
- mit mindestens einer Differentialsperre oder mindestens einer Einrichtung, die eine ähnliche Wirkung gewährleistet; und wenn sie als Einzelfahrzeug eine Steigung von 30 % überwinden können, nachgewiesen durch Rechnung.
Außerdem müssen sie mindestens fünf der folgenden sechs Anforderungen erfüllen:
- Der vordere Überhangwinkel muss mindestens 25 Grad betragen,
- der hintere Überhangwinkel muss mindestens 20 Grad betragen,
- der Rampenwinkel muss mindestens 20 Grad betragen,
- die Bodenfreiheit unter der Vorderachse muss mindestens 180 mm betragen,
- die Bodenfreiheit unter der Hinterachse muss mindestens 180 mm betragen,
- die Bodenfreiheit zwischen den Achsen muss mindestens 200 mm betragen.

Mindestalter

18 Jahre. Das heißt: Die Fahrprüfung darf frühestens am 18. Geburtstag absolviert werden. Die theoretische und praktische Ausbildung in der Fahrschule kann bereits ein halbes Jahr vor dem Erreichen des Mindestalters begonnen werden.

Ausbildung und Prüfung

Schulfahrzeuge

Für die Klasse BE ist eine Ausbildung auf folgender Fahrzeugkombination vorgeschrieben:

  • Ein Schulfahrzeug der Klasse B als Zugfahrzeug
  • Höchste zulässige Gesamtmasse des Anhängers mindestes 1.000 kg
  • Momentane Gesamtmasse des Anhängers mindestes 800 kg
  • Der Aufbau des Anhängers muss so hoch und so breit sein, dass der Blick nach hinten nur über die Rückspiegel möglich ist
  • Die Kombination aus Zugfahrzeug und Anhänger darf nicht mit der Klasse B gezogen werden dürfen

Prüfungsfahrzeuge

Fahrzeugkombinationen, bestehend aus einem Prüfungsfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger mit einer höchsten zulässigen Gesamtmasse von mindestens 1.000 kg. Die momentane Gesamtmasse des Anhängers muss in jedem Fall mindestens 800 kg betragen. Die höchste zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination muss mehr als 3.500 kg betragen.

Der Anhänger muss aus einem geschlossenen Körper bestehen, mit dem sichergestellt ist, dass die Sicht nach hinten nur über die Außenspiegel des Zugfahrzeuges möglich ist, und darf natürlich nicht vom Berechtigungsumfang der Klasse B umfasst sein.

Automatikfahrzeuge

Wenn die praktische Fahrprüfung für zumindest eine der Klassen B, BE, C, CE, C1, C1E, D, DE, D1 oder D1E auf einem Kraftfahrzeug mit einem mechanisch schaltbarem Getriebe abgelegt wurde, darf die Prüfung auch mit Automatikgetriebe abgenommen werden, ohne dass die Lenkberechtigung eingeschränkt werden muss.

Prüfung im Privatfahrzeug

Die in Niederösterreich gehandhabte Sonderregelung, bei Besitz der Klassen B und F mit dem eigenen Fahrzeug zur Prüfung der Klasse BE anzutreten, ist ab 1. Jänner 2017 ausnahmslos nicht mehr möglich.

Sonderbestimmungen bei der Ausbildung bzw. der Prüfung

Keine Ausbildungspflicht für Besitzer von B Code 96

Personen, die im Besitz einer Lenkberechtigung für die Klasse B sind und den Code 96 im Führerschein eingetragen haben, darf eine Lenkberechtigung für die Klasse BE ohne theoretische und praktische Ausbildung in der Fahrschule erteilt werden.

Es müssen also nur jene Punkte nachgeholt werden, die man sich bei der Ausbildung für den Code 96 erspart hat:

Entfall der Theorieprüfung bei Besitz der Klassen B und F

Der erleichterte Zugang zur Lenkberechtigung für die Klasse BE (nur eine praktische Fahrprüfung, der theoretische Teil am Computer entfällt) ist möglich für alle Personen, die

  • Seit mindestens drei Jahren im Besitz der Lenkberechtigung für die Klassen B und F sind und 
  • Sich bereits eine längere Praxis beim Ziehen von schweren Anhängern (im Rahmen der Lenkberechtigung für die Klasse B und/oder die Klasse F) erworben haben

Wer diese Erleichterung in Anspruch nehmen möchte, muss seinen Führerscheinantrag direkt bei der Behörde stellen. Da gegenüber der Behörde die Fahrpraxis glaubhaft gemacht werden muss, kann dieser Führerscheinantrag nicht von der Fahrschule online übermittelt werden.
Eine ärztliche Untersuchung kann in diesem Fall von der Behörde verlangt werden, muss aber nicht.

Wer eine thatsächliche Behauptung glaubhaft zu machen hat (Bescheinigung), kann sich hiezu aller Beweismittel mit Ausnahme der eidlichen Vernehmung der Parteien bedienen. [...]. [Zivilprozessordnung, Glaubhaftmachung (Bescheinigung), §. 274]

"Glaubhaft machen" bedeutet, die Richtigkeit einer Tatsache bloß wahrscheinlich machen, also weniger als beweisen. [...]

Aus dem VwGH Erkenntnis GZ 2000/04/0092, 25. Juni 2003

Der geforderte Nachweis für die "Glaubhaftmachung" der Fahrpraxis kann z.B. erfolgen durch

  • Vorlage von Zulassungsscheinen
  • Bestätigung des Arbeitgebers
  • Nachweis, dass der Antragsteller in einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet hat
  • Sonstige Nachweise

Bei nicht zum Verkehr zugelassenen Anhängern, die ja keine höchste zulässige Gesamtmasse besitzen können, ist die momentane Gesamtmasse entscheidend, die dann entsprechend über 750 kg liegen muss.

Fahrschule Fürböck

Inhaber Ing. Alexander Seger
Josefsgasse 3, A2340 Mödling
Tel. +43 2236 43666

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