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Schein-Aktionen

Nach den im Frühjahr (und ganz speziell zu Pfingsten) im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Unfallziffern [Anm.: Im Jahresvergleich war 2014 jedoch "sicherer" als 2013] hat Verkehrsministerin Doris Bures am 25. Juli in einer Pressekonferenz die Eckpunkte einer geplanten Änderung der Fahrausbildung bekanntgegeben. Die praktische Ausbildung soll von 12 auf 14 Fahrlektionen verlängert werden – praktisch bedeutet das keine große Änderung, denn viele Aspiranten schaffen es mit der Mindestausbildung ohnehin nicht zur Prüfungsreife. Denn egal ob es sich um einen Teenager ohne Moped-Fahrpraxis oder einen Späteinsteiger im zweiten Frühling handelt: Mit dem Beschleunigungs- und Bremsverhalten bzw. den fahrtechnischen Eigenschaften moderner Motorräder ist man als Anfänger schnell überfordert. Für Personen ab dem 39. Geburtstag sollen 16 Fahrlektionen verpflichtend sein.

Die Theorieausbildung soll von acht Kursstunden auf sechs reduziert werden, die (ganz im Gegensatz zu Kursen für andere Klassen) komplett an einem Tag absolviert werden können. Gerade bei diesem Punkt darf die Sinnhaftigkeit angezweifelt werden – nicht angepasste Geschwindigkeit, Unachtsamkeit und riskante Manöver beim Überholen sind weniger Mängel des Könnens als Mängel des Wissens und der Einstellung. Eine 25-prozentige Verkürzung des Theoriekurses ohne Reduktion der laut Lehrplan zu vermittelnden Inhalte kann also nur eine schlechtere theoretische Ausbildung als bisher ergeben – dies umso mehr, wenn der Kurs als einzelne Blockveranstaltung „heruntergerissen“ werden darf. Es ist zu erwarten, dass das Thema „Vernunft“ und die richtige Selbsteinschätzung zum eigenen Können künftig weniger Beachtung finden – das wird ja im Gegensatz zur Kettenspannung auch nicht bei der Prüfung abgefragt.

Im Rahmen der Mehrphasenausbildung soll die Feedbackfahrt in der Fahrschule (ca. ein Jahr nach der Prüfung) mit vier Lektionen doppelt so lange dauern wie bisher. Damit das nicht zu teuer wird, sollen Gruppenausfahrten mit bis zu vier (derzeit: zwei) Personen möglich sein. Dass das bei einem klar vorhersehbar unterschiedlichen Fahrkönnen der Teilnehmer und der möglichen Bandbreite an Fahrzeugen (von der 125er bis zum Supersportler) didaktisch keinerlei Mehrwert bietet hat sich bis zum BMVIT scheinbar noch nicht durchgesprochen. Aber letztlich geht es ja auch nur darum, „nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen“ (Bures) – also Maßnahmen zu setzen, die zeigen, dass man halt etwas gemacht hat, ohne dass es sich (schließlich sitzen auch die Importeure als Arge 2Rad am Verhandlungstisch) dramatisch auf die Kosten der Fahrausbildung niederschlägt. „Die Führerscheinausbildung nachschärfen“ nennt man das.

Ein Blick in die Statistikdaten zeigt: Noch nie gab es in Österreich so viele Motorräder wie heute. Der Bestand an motorisierten Zweirädern hat in den letzten zehn Jahren um 60 Prozent zugenommen. Und die Unfälle? Der Vergleich macht Sie sicher: Im ausgewiesenen Schönwetter-Jahr 2003 starben bei 3617 Unfällen mit Personenschaden 109 Motorradfahrer(innen) auf Österreichs Straßen, 60 Prozent mehr wären dann 174 Tote. 2013 ereigneten sich 3159 Unfälle mit Personenschaden, 83 Personen verunglückten tödlich. Klar: Jeder Unfall, jede(r) Verletzte ist eine(r) zu viel. Eigenverantwortung wird unter SPÖVP-geführten Regierungen aber bekanntlich seit Jahrzehnten klein geschrieben.

Wer noch heuer den Führerscheinantrag für die Klasse A1, A2 oder A bei seiner Fahrschule unterschreibt, dürfte von diesen Neuerungen nicht betroffen sein.

#socialmedia

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Dieser Text ist im September 2014 gekürzt im Motorradmagazin erschienen.

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