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Bekleidung und Schutzausrüstung

Die richtige Motorradbekleidung ist ein wesentlicher aktiver und passiver Sicherheitsfaktor.

  • Aktive Sicherheit heißt: Das subjektive Wohlfühlen bringt weniger Ablenkung, Ermüdung und Ärger
  • Passive Sicherheit heißt: Feste Kleidung schützt die Haut, und gut sitzende Kleidung bringt geringere Sturzverletzungen

Du musst bei deiner Fahrausbildung und der Fahrprüfung einen geeigneten Helm mit korrekt geschlossenem Kinnriemen sowie geeignete Kleidung tragen. Als Merkregel gilt: Es darf keine frei liegende Haut zu sehen sein.

  • Feste Schuhe; spezielle Motorradstiefel sind für Fahrprüfungen in Niederösterreich im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern nicht explizit erforderlich
  • Motorradhandschuhe; Ski- oder Arbeitshandschuhe etc. sind nicht zulässig
  • Feste Jacke mit langen Ärmeln; Lederbekleidung ist nicht erforderlich
  • Feste, lange Hose; Lederbekleidung ist nicht erforderlich

Gute Beispiele für sinnvolle, prüfungstaugliche Motorradkleidung findest du auf der Website von Louis.

Sturzhelm

Wer Hirn hat, schützt es! Wer ohne Helm fährst, bekommt nicht nur eine Geldstrafe aufgebrummt: Wenn du unschuldig an einem Unfall beteiligt bist, bekommst du weniger Schmerzensgeld. (Bei selbstverschuldeten Unfällen gibt es natürlich nie Schmerzensgeld.) Noch wesentlicher ist: Du kannst dich ohne Sturzhelm sehr schwer verletzen oder getötet werden.

Ein heller Helm ist auffälliger und daher sicherer. Wichtig ist auch: Helle Farben sind im Sommer angenehmer zu tragen, weil es unter dem Helm nicht so heiß wird!

  • Sturzhelme müssen ein E-Prüfzeichen aufweisen. Die Ziffern neben dem „E“ im Kreis sagen dir, in welchem Land der Helm geprüft wurde. Aus den ersten beiden Ziffern der Prüfnummer kannst du ablesen, welche Prüfnorm der Helm erfüllt hat: „05“ bedeutet, dass der Helm der Regelung 22/05 entspricht
  • Der Kinnriemen muss geschlossen sein und eng anliegen

Das Helmvisier schützt deine Augen vor Fahrtwind, Staub, Insekten und Steinchen, die der vor dir fahrende Fahrzeuglenker wegschleudert. Wichtig ist, dass du das Visier auch mit dicken Handschuhe gut öffnen und schließen kannst, und dass das Visier zur Belüftung auch während der Fahrt in den verschiedenen Stellungen sicher eingerastet bleibt. Doppelscheiben-Visiere („Pinlock“) sind absolut beschlagfrei!

  • Das Visier muss sauber sein. Reinige das Visier regelmäßig! Am einfachsten geht das mit feuchtem Klopapier oder Papier von der Küchenrolle, das du auf das Visier legst, um die Fliegenreste schonend zu lösen. Dann wischst du mit trockenem Papier sanft nach
  • Wenn das Visier zerkratzt ist, musst du es austauschen: Das durch die Kratzer entstehende Streulicht blendet dich und lenkt dich ab. Bei Regen wird das Visier absolut undurchsichtig
  • Ein getöntes Visier schaut bei Tag cool aus, aber es beeinträchtigt die Sicht, vor allem bei Dämmerung und Dunkelheit. Besser ist: Fahre mit einer Sonnenbrille oder kaufe einen Helm mit einem zusätzlichen getönten Innenvisier

Handschuhe

Nur warme Hände und Finger können das Motorrad mit Gas, Bremse und Kupplung „im Griff“ haben! Gute Handschuhe schützen deine Hände vor Regen, Wind und Kälte und verhindern das Eindringen von Wind und Insekten ins Gewand. Und im Fall des (Un-)Falles sind sie auch ein Schutz vor Abschürfungen!

Stiefel

Stiefel sind ein wichtiger Schutz vor Wind und Regen – und dem heißen Auspuff. Eine griffige Sohle und eine Knöchelverstärkung geben dir beim Absteigen und beim Abstellen des Motorrades sicheren Halt. Der Schuhabsatz verhindert das Abrutschen von den Fußrasten. Und im Fall des (Un-)Falles ist ein guter Stiefel auch ein Schutz vor Abschürfungen.

Bekleidung

Eine gute Motorradbekleidung schützt dich nicht nur bei einem ungeplanten Abstieg: Im Sommer kann es bei Regen ziemlich kalt sein. Um deinen Körper warm zu halten, verbrauchst du mehr Energie – Energie, die woanders abgeht: Du wirst schneller müde, und dir passieren leichter Fahrfehler.

Helle Farben sind auffälliger. Das ist besonders beim Regengewand wichtig! Helle Farben sind im Sommer auch angenehmer zu tragen. Schwarz macht vielleicht nicht immer schlank, verschmutzt aber nicht so stark. Du wirst aber auch schlechter von anderen gesehen! Objektiv mess- und vergleichbar sind die Abriebwerte des Außenmaterials und die Schlagdämpfung der Protektoren.

Ob du dir einen einteiligen Motorradanzug oder eine Kombination zulegst, ist Geschmacksache: Kombinationen kannst du auch getrennt verwenden, und du tust dir bei gewissen „Geschäften“ leichter. Einteilige Anzüge sind beispielsweise auf Ringstrecken unverzichtbar.

  • Du solltest deine Schutzkleidung nicht zu groß kaufen! Zu große Kleidung bläht sich durch Fahrtwind auf. Flatternde Kleidung stört die Fahrstabilität. Die Ärmel dürfen sich nicht zurückschieben oder umkrempeln lassen, sonst steigt die Verletzungsgefahr bei Stürzen. Außerdem können die Protektoren leichter verrutschen. (Übrigens: Die Kleidung gibt zwar beim Tragen nach, aber Hosen werden über den Winter oft enger ...)
  • Berücksichtige den Platz für die Funktionsunterwäsche und einen Pullover für Fahrten im Frühjahr und Herbst
  • Wähle Produkte mit (im Sitzen und Stehen) passenden Protektoren
  • Achte auf eine gute, haltbare Verarbeitung
  • Bei Bewegungen darf nichts spannen oder einengen: Probesitzen (besser: Probefahren!) am eigenen Motorrad ist wichtig
Oberbekleidung aus Textilmaterial

Textilbekleidung hat folgende Eigenschaften:

  • Hoher Tragekomfort durch Klimatisierungsmembrane
  • Gute Reißfestigkeit und Hitzebeständigkeit
  • Relativ lang bis absolut wasserdicht
  • Wärmendes Innenfutter, meistens zum Einzippen
  • Viele Außen- und Innentaschen
  • Die Protektoren sind aber eher verschiebbar

Gute Qualität zeichnet sich aus durch:

  • Starkes Material mit Doppelungen an den Sturzstellen (Schultern, Ellbogen, Hüften, Knie)
  • Gute Passform auch bei herausgenommenem Innenfutter
  • Hochrutschsichere Jacken, zum Beispiel durch einen durchgängigen Verbindungsreißverschluss zwischen Jacke und Hose bzw. einen speziellen Schnitt mit hinten verlängertem Rücken
Oberbekleidung aus Leder

Lederbekleidung hat folgende Eigenschaften:

  • Fester Sitz
  • Sehr reißfest und hitzebeständig
  • Meist fest fixierte Protektoren
  • Meist wenig Stauraum (Geld, Handy, ...)
  • Im Hochsommer sehr warm
  • Eine Hydrophobierung ist möglich – als lang andauernder Kälte- und Regenschutz ist Leder dennoch nur bedingt geeignet

Gute Qualität zeichnet sich aus durch:

  • Große Lederstücke (so wenig Einzelteile wie möglich) mit möglichst wenigen, doppelten und nach innen vernähten Nähten
  • Einen durchgängigen Verbindungsreißverschluss zwischen Jacke und Hose, der direkt mit dem Leder verbunden ist
  • Eine gute, eng anliegende Passform, die du bei der Sitzprobe am Motorrad testen kannst

Videos von 1000PS

Dieses Video bringt Tipps, Tricks und Anregungen zum Thema Motorradbekleidung. Welche Jacken, Kombis und Helme passen am besten zu welchem Motorrad?

Videos vom Motorradmagazin

Airbag-Systeme für Motorradfahrer gibt es viele: autonome und nicht autonome, zum Darunter- oder Darübertragen, integrierte Systeme etc. Das Motorradmagazin hat sich bereits intensiv mit diesem Thema beschäftigt und stellt als Beispiel die Held Clip-in Air-Vest – sie lässt sich unkompliziert und schnell in verschiedene Oberteile von Held integrieren – vor.

Deine Fahrprüferin bzw. dein Fahrprüfer wird dieses Thema nicht eigens abfragen, sondern es werden deine Ausrüstung und dein Verhalten beobachtet und gegebenenfalls erkannte Fehler eingetragen und bewertet.

Muss dich dein Prüfer auf Mängel aufmerksam machen, gilt das als Fehler [S]. Deine Prüfung wird als nicht bestanden gewertet, wenn du ohne vorschriftsmäßigen Helm oder ohne geeignete Kleidung antreten möchtest und die unvollständige Ausrüstung selbst nach einem Hinweis des Prüfers nicht korrigieren kannst.