Ablauf der Computerprüfung

Jeder Führerscheinbewerber legt die theoretische Fahrprüfung an einem Computer ab. Dieses System ist ein Einzelplatzsystem, bei dem jeder Kandidat vor einem eigenen PC sitzt. Die Rechner sind außerdem durch Zwischenwände getrennt, damit die Prüflinge nebenan weder gestört noch zur Mithilfe herangezogen werden können.
Die Prüfungsaufsicht erfolgt durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BH Mödling.

Die Fragen, Bilder und Antworten sind in allen österreichischen Prüfungsstellen gleich: So haben alle Kandidaten, vom Bodensee bis zum Neusiedlersee, die gleichen Chancen. Fragen können bei der Beantwortung auch übersprungen werden: Klickst du ohne Ankreuzen einer Antwort auf „Weiter“, wird die Frage nach hinten gereiht und anschließend wieder vorgelegt. Bereits beantwortete Fragen können jedoch nicht erneut bearbeitet werden!

Die einzelnen Module

Bei der ersten Führerscheinprüfung für eine der Klassen A1, A2, A oder B wird das Basismodul mit dem Grundwissen für alle Führerscheinklassen abgefragt. Wer bereits einen Führerschein (ausgenommen einen der Klasse AM) besitzt, muss diese Fragen nicht mehr beantworten, weil dieses Wissen vorausgesetzt wird.

Folgende Prüfungsmodule kommen in unserer Fahrschule zum Einsatz:

  • Basismodul (Grundwissen)
  • A (für die Klassen A1, A2 und A)  
  • B
  • BE

Die Prüfungsmodule C, D, E und F setzen wir nicht ein, da wir die Ausbildung für diese Klassen nicht mehr anbieten. Es ist möglich, alle klassenspezifischen Module in einem Prüfungsvorgang zu absolvieren (z.B. Modul Grundwissen + Modul A + Modul B + Modul BE).

Die Fragen werden nach einem Zufallsprinzip aus den verschiedenen vorgegebenen Fragentöpfen – beim Basismodul z.B. Verkehrszeichen, Vorrangbeispiele, Überholen etc. – ausgewählt. Als Kandidat musst du in jedem Modul 20 „Hauptfragen“ beantworten, wobei bei jeder Frage eine Zusatzfrage vorhanden ist. Die Zusatzfrage wird jedoch nur dann gestellt, wenn die Hauptfrage richtig beantwortet wurde! Für die (im Idealfall) 40 Fragen des jeweiligen Moduls stehen dir 30 Minuten zur Verfügung.

Jedes Modul, auch das Basismodul mit dem Grundwissen für alle Klassen, wird als eigene Prüfung ausgewertet und kann daher auch unabhängig vom Absolvieren eines anderen Moduls bestanden werden. Um zur Fahrprüfung antreten zu können, muss das Basismodul mit dem Grundwissen und das jeweilige klassenspezifische Modul positiv absolviert werden.

Auswertung der Ergebnisse

Bei jeder Frage ist mindestens eine der vier Antwortmöglichkeiten richtig, es sind aber auch mehrere richtige Antworten möglich. Nur wenn alle richtigen Lösungen ausgewählt wurden und alle falschen nicht angekreuzt sind, ist die Frage richtig beantwortet. „Halbrichtig“ ist also ganz falsch.

Je nach Schwierigkeitsgrad der Fragen sind für die richtige(n) Antwort(en) acht Punkte (fünf für die Hauptfrage, drei für die Zusatzfrage), vier Punkte (drei Punkte und ein Punkt) oder zwei Punkte (jeweils ein Punkt) vorgesehen. Ist die Hauptfrage falsch beantwortet, wird die Zusatzfrage nicht mehr gestellt, und ihre möglichen Punkte sind automatisch verloren. In der Auswertung ist das einfach zu erkennen: Alle Antworten werden automatisch falsch angekreuzt, die Zeit beträgt 00:00 s.

Die Prüfung ist zu Ende, wenn alle Fragen beantwortet sind oder die bei allen Modulen einheitliche Prüfungszeit von 30 Minuten abgelaufen ist. Die Aufsichtsperson wertet auf einem eigenen PC die Prüfungsergebnisse aus. Jedes Modul wird unabhängig von den anderen Modulen positiv gewertet, wenn mindestens 80 Prozent der möglichen Punktezahl erreicht wurden.

Gültigkeit einer positiven Prüfung

  • Jedes einzelne bestandene Prüfungsmodul bleibt 18 Monate lang gültig, bevor es neu abgelegt werden muss
  • Das Basismodul mit dem Grundwissen für alle Führerscheinklassen wird dir nach der bestandenen Fahrprüfung auch für spätere Ausbildungen angerechnet. Du musst bei Ergänzungsausbildungen (z.B. E zu B oder A-Ergänzung) nur mehr das jeweilige klassenspezifische Modul lernen

Wenn es nicht gleich beim ersten Anlauf klappt

Leider lassen sich negative Prüfungsergebnisse nicht immer vermeiden. Die Reprobationsfrist für „Durchfaller“ beträgt – nach Maßgabe der freien Prüfungstermine – mindestens zwei Wochen.

Der „Psychotest“ winkt nach fünf theoretischen Misserfolgen, wenn „Zweifel an der kraftfahrspezifischen Leistungsfähigkeit, vor allem bei Intelligenz und Erinnerungsvermögen“, bestehen. Darüber entscheidet der Amtsarzt nach einem Gespräch mit dir.Als Misserfolg zählt jedoch nur ein komplett negatives Ergebnis: Wenn du für mehrere Module angetreten bist und zumindest eines davon bestanden hast, wird das für die fünf möglichen Antritte nicht als Misserfolg gewertet. [gestrichen durch die 6. Novelle der FSG-GV]

Das bedeutet: Du darfst so oft durchfallen, wie du möchtest ;-)