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Teil B: Übungen im Langsamfahrbereich

Bei Prüfungen der Klasse B musst du zumindest drei Übungen zeigen, das Umkehren und die Parklücke werden immer geprüft. Die meisten Prüfer werden dich aber bitten, alle Übungen zu fahren. Die Reihenfolge, in der du die Übungen absolvierst, ist egal.
Während der Übungen sitzt du alleine im Fahrzeug. Der Prüfer beobachtet dein Verhalten von außen. (Dein Fahrlehrer bzw. dein Begleiter steht hoffnungsvoll neben dem Prüfer und drückt dir die Daumen.)

Wenn dir eine Übung nicht gleich gelingt, musst du nicht gleich in Panik ausbrechen: Auch langjährige Führerscheinbesitzer müssen manchmal einen zweiten Anlauf für eine Parklücke nehmen! Du hast für jede Übung drei Versuche.

  • Du kannst z.B. beim Einparken in der Parklücke auch ein kleines Stück vorfahren, falls du mit dem Hinterrad am Randstein anstehst („Korrekturzug“)
  • Ein Korrekturzug liegt nicht mehr vor, wenn das Fahrzeug wieder in die Ausgangsposition für die Übung gebracht wird: Das wird als neuer Versuch der Übung gewertet

Wenn dir eine der Übungen nicht gelingt, wird sie der Prüfer mit einem Fehler [M] bewerten.

Als Kandidat musst du dich bei diesen Übungen wie auf einer öffentlichen Verkehrsfläche verhalten:

  • Du musst die entsprechende Blicktechnik anwenden
  • Du musst den Blinker betätigen
  • Beim Ein- und Ausparken musst du auf das Ausscheren des Vorderteiles des Fahrzeugs achten
  • Beim Abstellen musst du das Fahrzeug absichern
  • Beim Aussteigen musst du das richtige Beobachten aller Verkehrspartner zeigen

Beurteilung der Fahrübungen

Die einzelnen Übungen werden so bewertet:

  • Ein Hakerl „√" bedeutet, dass du die Übung richtig durchgeführt hast
  • Ein „L" wird vergeben, wenn du die Übung mit leichten Fehlern ausgeführt hast
  • Ein „M" wird vergeben, wenn du die Übung falsch durchgeführt hast, äußerst langsam durchgeführt hast oder mit deinem Auto Stangen, Hüte bzw. andere Abgrenzungen des Übungsaufbaus berührst (d.h. sie wackeln, fallen aber nicht um)
  • Ein Fehler „S" wird für den ganzen Teil B der Fahrprüfung vergeben, wenn du eine oder zwei Stangen, Hüte oder dergleichen bzw. fiktive Abgrenzungen umstößt oder gar überfährst – die Fahrprüfung wird aber fortgesetzt
  • Ein Fehler „S“ ist auch bei „deutlicher Zeitüberschreitung“ des Teils B die Folge – bei einer „normalen“ Fahrprüfung sind für diesen Prüfungsteil ca. 5 Minuten eingeplant. Der Teil B wird dann abgebrochen, die Fahrprüfung aber weiter fortgesetzt

Mit einem negativen Ergebnis wird die gesamte Fahrprüfung abgebrochen, wenn der Prüfer annehmen muss, dass du dich im Verkehr nicht mit der erforderlichen Sicherheit bewegen wirst:

  • Wenn die Durchführung einer Übung abgelehnt wird
  • Wenn die Übungen nur mit einer Begleitperson im Auto absolviert werden können
  • Wenn die Inbetriebnahme des Prüfungsfahrzeuges nicht selbstständig durch den
    Kandidaten erfolgt
  • Wenn bei der Durchführung der Übungen drei oder mehr Stangen, Hüte oder dergleichen bzw. fiktive Abgrenzungen umgestoßen oder sogar überfahren werden
  • Bei einer realen Kollision – wenn du also einen Gegenstand anfährst, der nicht Teil des Übungsaufbaus ist, oder gar eine Person

Insgesamt kannst du für den gesamten Prüfungsteil der Fahrübungen höchstens einen Fehler „S“ bekommen.

Bedeutung der Fahrübungen

Die Fahrübungen sind ein Teil der Fahrprüfung, auf den du dich sehr gut vorbereiten kannst – aber du solltest ihre Bedeutung nicht überbewerten: Den allergrößten Teil der Eindrücke sammelt der Prüfer bei der Fahrt im Straßenverkehr!

Die Übungen im Langsamfahrbereich haben mehrfache Bedeutung:

  • Der Fahrprüfer kann erkennen, ob du Lenkung, Kupplung und Bremse bedienen kannst
  • Der Fahrprüfer kann erkennen, ob du mit den Abmessungen und Eigenschaften deines Prüfungsfahrzeugs vertraut bist
  • Wenn du diese Übungen gut absolviert hast, wird dein Selbstwertgefühl steigen und dir für den weiteren Prüfungsverlauf Sicherheit geben

Natürlich ist es die Aufgabe des Prüfers zu kontrollieren, ob die Abmessungen der aufgestellten Übungen den bundesweit einheitlichen Kriterien entsprechen. Der Sinn der einzelnen Übungen besteht aber nicht darin, den Abstand des Prüfungsfahrzeuges von Markierungen, Stangen oder Haberkornhüten nachzumessen.