Zum Inhalt springen

Sondermarkierungen in Motorrad-Risikokurven

Unübersichtliche Linkskurven – die unliebsame Begegnung der fatalen Art: Wenn Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer in der Kurvenschräglage mit dem Oberkörper die Fahrbahnmitte überragen, besteht die große Gefahr, einen plötzlich auftauchenden Gegenverkehr zu touchieren.

LKW und Autobusse benötigen deutlich mehr Platz als „normale“ PKW. Umso wichtiger ist daher präventive Bewusstseinsbildung bei Kurvenfahrten.

Kurvenschneiden führt allerdings nicht immer zu Kollisionen mit dem Gegenverkehr – nur einer von 50 Motorradunfällen läuft so ab. Kurvenschneidende können die Kollision mit dem Gegenverkehr zwar oft vermeiden, aber es geht ihnen nachher der Platz aus: Mehr als achtmal öfter kommen Motorradfahrer rechts in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab; die Hälfte von ihnen sitzt da noch auf dem Motorrad. Die Ursache ist also nicht zu viel Schräglage für die Straße, sondern zu viel für das persönliche Schräglagenlimit.

In acht ausgewählten Risikokurven im niederösterreichischen, burgenländischen und Kärntner Landesstraßennetz wurden im Jahr 2016 von einem KFV-Forschungsteam in Kooperation mit Exekutive, Behörden und regionalen Straßenmeistereien neue Sondermarkierungen zur Beeinflussung der Wahl von Kurvenfahrlinien von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern angebracht. Die künftigen Fahrlinien sollten intuitiv rechts entlang der Balken bzw. Ellipsen erfolgen – raus aus der berüchtigten Gefahrenzone einer potenziellen Kollision mit dem Gegenverkehr, mit einem angemessenen Respektabstand vom linken Fahrstreifen.

In einigen Kurven wurde jeweils auf dem rechten Fahrstreifen entlang der Mittellinie eine Reihe weißer Ellipsen (im Bild: der Namlos-Pass) markiert.

In einigen Kurven wurden kurze, quer zur Fahrtrichtung liegende weiße Balkenfolien auf der Fahrbahnoberfläche angebracht.

Dieses Bild zeigt eine Sondermarkierung auf der B69 (Südsteirische Grenzstraße über die Soboth) im Jahr 2007.